Dienstag, 4. Februar 2014

Weltkrebstag

Gleich vorweg. Ich bin schon lang wieder vom Krankenhaus daheim und mir geht es super.

War natürlich bisschen dumm vom mir, zwar im Krankenhaus einen Blog-Eintrag zu machen, aber dann nicht zu schreiben, als ich entlassen wurde. Weil ich das nur auf Facebook geschrieben habe, wo natürlich keine von meinen Verwandten sind, vermuteten alle wieder Schlimmes... Manchmal denk ich, die Leute lesen gar nicht richtig, sonder lesen nur "Krankenhaus" und denken sich den Rest.

Deswegen nochmal zum mitschreiben. Also momentan geht es mir eigentlich super. Da der Krebs sich nicht ausbreitet ist eigentlich alles Bestens =). Um aber keine Möglichkeiten zu verpassen, will ich demnächst ans Nationale Tumorzentrum nach Heidelberg für ne Zweitmeinung.
Ganz unabhängig davon, muss ich mir alle 3 Monate diese blöden Harnleiterschienen wechseln lassen. Das sind flexible Kunstoffröhrchen, die in den Harnleitern zwischen Niere und Blase sitzen und gewährleisten, dass mein Urin abfließt. Aus welchen Gründen auch immer funktioniert das ohne nicht so doll.
Die muss man regelmäßig wechseln, erstens weil sich da allmählich Ablagerungen bilden können, ähnlich wie bei Nierensteinen. Zweitens weil so Fremdkörper immer anfällig für Infektionen sind, vor allem in den Harnwegen.
Ist halt für mich und meine Freundin immer scheiße, wenn's so plötzlich kommt.

Naja, jedenfalls ging alles gut, jetzt sind die Neuen drin und ich konnte gleich am darauffolgenden Morgen nach Hause.

So was gibt's noch zu berichten... eigentlich nicht viel.
Heute ist Weltkrebstag! Juhu, Party, wo sind meine Geschenke?
Ne Spaß beiseite, eigentliches Ziel ist vor allem, Vorurteile und Falsche Fakten über Krebs aus dem Weg zu räumen.


Deswegen räum ich hier auch mal mit ein paar Aspekten auf, die mich immer wieder nerven:

1. Es gibt nicht DEN Krebs. Jeder Krebs ist anders. Deswegen wird es auch nie DAS Mittel gegen Krebs geben. Heutzutage kann man ja fast jeden Krebs nochmal in mehrere Unterarten einordnen. Deswegen geht ja die Forschung in Richtung von ganz personalisierten Therapie, weil eben jeder Tumor je nach seinen Eigenschaften ganz individuell behandelt werden muss.

2. Ja es gibt tatsächlich Leute, die Krebs haben und denen nicht die Haare ausfallen. Ich muss sagen, dass ich eigentlichen eher weniger Leuten begegnet bin, die permanent ne Glatze wegen ihrer Chemo hatten. In den letzten Jahren gab es bei den Medikamenten deutliche Fortschritte und die Infusionen werden immer verträglicher.

3. Nein, man wird von der Bestrahlung selbst nicht radioaktiv. Außderm wir die heutzutage nur sehr selten noch tatsächlich mit radioaktiven Stoffen durchgeführt, sondern mit Teilchenbeschleunigern.

4. Es hilft den meisten Betroffenen in der Regel wenig, bzw. ist eher kontraproduktiv wenn ihr
    A. Euch nicht traut sie anzuspechen
    B. sie behandelt wie ein rohes Ei
    C. vor lauter Mitleid und Betroffenheit nicht aufhört zu seufzen

5. Krebs kriegen nur alte Leute... Hahaha... ja genau.... -.-
    Geht zur Vorsorge, regelmäßig zum Hausarzt, und macht den Mund auf wenn Probleme habt und euer Körper irgendwie komische Sachen macht!

6. Alternative Heilmethoden vollbringen Wunder - Bullshit

7. Alternative Heilmethoden bringen gar nix - Bullshit

8. Krebs ist nicht heilbar. Stimmt natürlich überhaupt nicht, je nach Diagnosezeitpunkt sind viele Tumore heute vollständig heilbar. Natürlich hängt das von ganz viele unterschiedliche Faktoren ab. Aber Krebs ist schon lange keine unheilbare Krankheit mehr.

9. Man kann selbst nix tun - ist den Ärzten ausgeliefert. Diese Einstellung halte ich für doof. Ich glaub das die Psyche und die eigene Einstellung sehr wohl Einfluss auf die Erkrankung nehmen kann. Außerdem sollte man sich nicht so gehen lassen. Auch eine gesunde Ernährung, Sport und vieles mehr können die Therapie unterstützen. Und man sollte sich auch selbst informieren und "am Ball bleiben". Nicht jeder Arzt ist perfekt und eine Zweitmeinung einzuholen ist kein Verbrechen. Gerade um in Studien rein zu kommen ist oft Eigeninitiative gefragt. Außerdem sollte man auch den Gang zu renommierten Experten nicht scheuen. Aber das Wichtigste: Immer positiv denken und nicht aufgeben!

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