Samstag, 2. November 2013

Meine Einstellung

Ich bin optimistisch. Ja im Moment ist mein Krebs de facto unheilbar und die Ärzte können keine Wunder vollbringen. Und trotzdem weiß ich, dass ich es schaffen kann. Keine Ahnung warum und wieso. Ich weiß es einfach. Ich kenne meinen Körper mittlerweile so gut und meine Krankheit auch. Und ich habe einfach ein gutes Gefühl. Der Krebs wird nicht gewinnen. Er ist plötzlich in mein Leben gekommen und wird eines Tages wieder verschwinden. Und das ist auch genau die Einstellung, die man haben muss. Ich find immer die Leute schlimm, die sich praktisch dem Arzt ausliefern und einfach alles „über sich ergehen lassen“, „man hat ja keine andere Wahl“. Klar hat man keine Wahl, aber man kann ja aktiv mithelfen. Man kann sich bewusster Ernährung und über die Behandlungen informieren. Man muss sich bewusst machen, dass man immer noch Herr über den eigenen Körper ist. Und man muss die Krankheit dem Leben anpassen, nicht das Leben der Krankheit. Sonst hat der Krebs schon gewonnen.
Ich halte zwar nicht viel von alternativen Heilmethoden (dazu später mehr), aber diesen „ganzheitlichen“ Ansatz von Heilpraktikern finde ich sinnvoll.
Ich bin überzeugt, dass es Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele gibt, die die Schulmedizin nicht kenn und vielleicht nie erklären kann und trotzdem müssen (ab einem bestimmten Stadium der Krankheit) für eine Heilung alle Faktoren stimmen.
Ich kann es verstehen wenn Leute 70+, die ihr Leben gelebt haben, Kinder und Enkel haben und was zu vererben… die kann ich verstehen wenn sie sagen „mal schauen ob ich noch gesund werde“ – wenn nicht dann ists halt so. Wahrscheinliche würde ich das in dem Alter auch, mit dem was ich schon erlebt habe.
Aber so – ich hab den größten Teil meines Lebens noch vor mir und noch so viele Träume und Wünsche! Von daher akzeptiere ich mein Schicksal nicht und sag: Fuck you, Krebs!

Ach ja, wo wir gerade dabei sind… Einige Leute haben gefragt, ob ich durch die Krankheit jetzt irgendwie gläubiger geworden bin oder gerade das Gegenteil. Für mich hat das eigentlich nix damit zu tun. Außer, dass ich mich nun vielleicht bewusster bin, was ich glaub. Fest steht, wir sind hier unten alleine auf dieser Welt, und können Gott nicht für alles verantwortlich machen. Wir haben unser Leben selbst in der Hand und müssen das Beste daraus machen. Genauso wenig wie Gott verantwortlich ist für Naturkatastrophen oder Kriege, ist er für Wunder oder Heilung. Meiner Meinung nach ist eher der Glaube AN SICH entscheidend. Der Glaube bewegt Menschen dazu, große Dinge zu tun oder auch schreckliche. Ob man sich jetzt Gott wie in der Bibel vorstellt, wie die Kirche ihn predigt, ihn in den Menschen und der Natur sieht, oder einfach als „irgendeine höhere Macht“. Krebs ist nunmal mehr oder weniger eine schlechte Laune der Natur. Und wenn er tatsächlich direkt durch etwas ausgelöst wird, dann von Einflussnahmen des Menschen auf seine Umwelt. Das führt auch schon zu der Frage, was die Ursache von Krebs ist. In meinem Falle eine familiäre Veranlagung, also genetisch bedingt. Aber es gibt sehr viele verschieden Krebsarten und die können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Für viele gibt es keine konkreten Auslöser… eher Risikofaktoren. Krebs tritt immer häufiger in Industrieländer auf. Aber mal ehrlich, wir pumpen Insektizide, Pestizide und Dünger in unsere Lebensmittel. Viele Zutaten und Geschmackstoffe werden nur noch im Labor synthetisch hergestellt. Wir bauen Atomkraftwerke und vergiften unsere Umwelt. Unser Fleisch ist wächst mich Antibiotika auf und für die Weiden wird der Regenwald abgeholzt. Plastik mit den enthaltenen Weichmachern und flüchtigen Chemikalien ist in unserem Alltag allgegenwärtig. Wir essen gentechnisch veränderte Lebensmittel. Gegen jedes kleine Wehwehchen gibt es Medikamente mit den verschiedensten Wirkstoffen. Es gibt immer mehr Übergewichtige. Die Luft wird von Abgase durch Industrie und Verkehr verschmutzt. In Kosmetikprodukten sind Bestandteile aus Erdöl und Hormone enthalten. In unserer Leistungsgesellschaft zählt nur höher, schneller, weiter. Stress und Burnout sind Alltag geworden. Nikotin und Alkohol sind Volksdrogen. Wir bewegen uns immer weniger. Wir greifen ins unsere Umwelt ein wie nie zuvor und beeinflussen Ökosysteme, ohne uns über langfristige Auswirkungen im klaren zu sein. So abwegig, dass in unserer Gesellschaft solche Krankheiten zunehmen? – come on.

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